Tatsächlich ist ABT Sportsline heute Weltmarktführer, wenn es um die Veredelung von Fahrzeugen aus dem VW-Konzern geht. Wie sich das Unternehmen derzeit mit Ingenieurskunst und einem Gespür für sportlich-dynamisches Design entwickelt, ließ sich 1896 genauso wenig erahnen, wie die späteren Erfolge im Motorsport.

Im Super-Tourenwagen-Cup oder den GT Masters feierte man Triumphe, fünf Fahrertitel und drei Mal den Sieg in der Mannschaftswertung stehen in der DTM aktuell zu Buche. Hinzu kommen zahlreiche Siege in der Formula E. All das konnte sich der Schmied Johann Abt in den Anfängen verständlicherweise nicht vorstellen, aber er legte den Grundstein für das heutige Unternehmen – und das mit einer Innovation: Mittels einer cleveren Vorrichtung ließen sich Kutschen mit wenigen Handgriffen in Schlitten verwandeln. Das sparte Zeit und sorgte während der strengen Winter für Mobilität.

 

Die Schmiede betrieb Johann Abt später lange parallel zu seiner Autowerkstatt. Anfangs war er dem neuen Fortbewegungsmittel gegenüber skeptisch, aber er merkte rasch, welches Potential die Motorwagen haben könnten. Um das Jahr 1920 herum begann die Partnerschaft mit den von August Horch gegründeten Firmen Horch und Audi – und die besteht im Kern bis heute. Denn aus der Verbindung mit DKW entstand 1932 die Auto Union, aus der schließlich die Premiummarke Audi wurde.

 

Nach dem zweiten Weltkrieg kümmerte man sich in Kempten auch um andere Fahrzeuge, repariert wurde alles, was man irgendwie fahrbereit machen konnte. So half man beim Wiederaufbau. Aber was heißt „man“? Rosina Abt übernahm das Ruder, weil ein Sohn mit Verspätung, der andere überhaupt nicht aus dem Krieg zurückkam. Die starke Frau sorgte dafür, dass „Auto ABT“ die harten Zeiten überstand.

 

In den 1950er Jahren stieg der Gründerenkel in die Firma ein: Der zweite Johann Abt konnte in das Unternehmen hineinwachsen, durfte sich aber auch schon als Teenager im Motorsport bewähren. Er fuhr praktisch alles, was zwei oder vier Räder hatte, so war er mit Erfolg als Werksfahrer für DKW unterwegs. Später lernte er dann den Wiener Carlo Abarth kennen – über die Begegnungen mit dem Tuning- und Motorsportpapst gibt es etliche vergnügliche Anekdoten. Auf jeden Fall fuhr Johann Abt für Abarth und gründete 1964 eine eigene Tuningabteilung bei Auto ABT. Das Motto, das übrigens noch heute im Hause ABT Sportsline gilt, hieß „Vom Rennsport auf die Straße“.

 

In den 1970er Jahren wird Tuning zum Massenphänomen – und ABT ist dabei. Mit VW Golf und Scirocco, Audi 80 und 100 hießen startete man in eine neue Ära. Die genannten Modelle begleiten ABT bis zum heutigen Tag, auch, wenn der Scirocco zwischenzeitlich eingestellt wurde und der Audi 80 längst schon auf den Namen A4 hört. Die Modellpalette wuchs, der Anspruch der Kunden zusammen mit den technischen Herausforderungen ebenfalls. Deshalb wurde aus Auto ABT 1990 schließlich die Hightech-Schmiede ABT Sportsline.

 

Dort werden Fahrzeuge nicht mehr getunt, sondern veredelt, schließlich ist die Basis, die VW oder Audi liefern, schon hervorragend. An der Kemptener Johann-Abt-Straße entwickelt man eigene Steuergeräte samt passender Software, die exakt auf den jeweiligen Motor abgestimmt ist und mit allen Komponenten perfekt harmoniert. Im Highend-Bereich, etwa beim limitierten „Straßenrennwagen“ ABT R8 GTR, werden alle Bauteile konsequent auf Gewichtsreduzierung und -optimierung hin entwickelt. Das Ergebnis ist maximale Motorsport-Kompetenz in einem regulär erhältlichen Auto.

 

 

 

Aber es geht auch anders: Seit Jahren beschäftigt man sich bei ABT Sportsline auch mit alternativen Antrieben, im Motorsport wie auch für Straßenfahrzeuge. Aktuell „stromert“ man erfolgreich im Rahmen der FIA-Formel-E-Meisterschaft über die Rennstrecken dieser Welt und baut gemeinsam mit innovativen regionalen Partnern den eCaddy, eT5 oder kompakten Jeflyer. Alle Transporter zeichnen sich durch ein besonders langlebiges und leistungsstarkes Batterie- und Antriebskonzept aus. Denn die Fahrzeuge sollen im bergigen Allgäu eine echte Alternative speziell für Logistik-Unternehmen sein – und zeigen ihre Qualitäten bereits im Alltag